Endlich wieder draussen

Der Winter war lang. Die Decken lagen draussen, der Wohnwagen stand kalt und einsam auf dem Stellplatz – und wir zählten die Tage.

Es gibt dieses Gefühl, das man kaum in Worte fassen kann: Der erste warme Frühlingstag, die Sonne kitzelt durchs Fenster – und plötzlich ist es wieder da. Dieses Kribbeln. Diese innere Stimme, die sagt: Es ist Zeit. Zeit für den Wohnwagen, den Sandstrand und das einfache Leben unter freiem Himmel.

Wir haben uns riesig gefreut. Und das ist noch untertrieben.

Die grosse Frage: Wohin eigentlich?

Wie jedes Jahr war die Vorfreude riesig – und die Entscheidung, wohin es gehen soll, dafür umso schwieriger. Die Liste möglicher Campingplätze war lang: ein bisschen Tessin vielleicht?

Das Problem: Wir wussten nicht, wie die Nächte werden würden. Anfang April kann das Wetter in der Schweiz noch alles sein – strahlender Sonnenschein tagsüber, und nachts frierst du dir fast die Finger ab. Mit Kindern an Bord wollten wir kein Risiko eingehen. Also wurde diskutiert, gegoogelt, verworfen – und nochmals diskutiert.

Am Ende fiel die Wahl auf den TCS Camping Salavaux am Murtensee. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Denn dieser Platz hat einen direkten Zugang zum Sandstrand – und das in der Schweiz!

Der Wohnwagen erwacht aus dem Winterschlaf

Bevor es losgehen konnte, war natürlich erstmal Arbeit angesagt. Der Wohnwagen hatte den Winter hinter sich – und das merkte man. Alles wurde nochmals gründlich geputzt, gelüftet, gecheckt. Schränke neu gepackt. Lebensmittel, Bettwäsche, Spiele für die Kinder, Sonnencreme (Pflicht!) – und natürlich alles, was man auf einer Kurzreise niemals braucht, aber trotzdem mitnimmt.

Wer einen Wohnwagen besitzt, kennt dieses Ritual. Es ist manchmal anstrengend – aber auch irgendwie schön. Denn während man packt, reist man im Kopf schon voraus.

Mit unserem neuen Auto an der Kupplung – einem kleinen Upgrade, auf das wir uns beide gefreut hatten – ging es dann endlich los. Das Navi war eingestellt, die Stimmung war gut, und die Kinder? Die fragten alle fünf Minuten, wann wir ankommen.

Wetterglück und Sandstrandmomente

Was wir nicht wussten – und was uns dann wirklich vom Hocker haute: Die Wetterprognose für das Osterwochenende war der pure Wahnsinn. Sonnenschein von früh bis spät, sommerliche Temperaturen, kein Wind. Als wäre der Sommer kurz aus dem Urlaub nach Hause gekommen, nur um uns zu begrüssen.

Angekommen in Salavaux, haben wir uns sofort eingelebt. Der Platz war gepflegt, die Anlage übersichtlich – und dann dieser Strand. Feiner Sand direkt am See.

Raphaels Schwester kam mit ihrer Familie ebenfalls dazu. Was für ein Spass! Die Kinder spielten zusammen, bauten Sandprojekte, tobten am Wasser – und die Erwachsenen sassen dabei und genossen einfach diesen ruhigen Moment des Angekommenseins. Genau dafür macht man das.

Camping Life – in seiner schönsten Form

Was Camping für uns so besonders macht, ist diese Entschleunigung. Zu Hause läuft immer irgendetwas: Termine, Haushalt, Alltag. Am Campingplatz dreht sich die Welt ein bisschen langsamer. Man frühstückt draussen, hört den Vögeln zu, schaut dem See beim Glitzern zu. Man redet mehr. Man lacht mehr.

Der Sandstrand von Salavaux wurde ausgiebig genutzt – kein Zweifel.

Tschüss, Salavaux – bis nächstes Mal

Am Ostermontag war es dann schon wieder so weit: Heimreise. Die Sachen gepackt, den Wohnwagen abgehängt, ein letzter Spiel auf dem Camping. Wir waren traurig – das war ehrlich gesagt klar. Solche Momente gehen immer viel zu schnell vorbei.

Endlich wieder draussen

Salavaux VD

04.2026